Wir begrüßen alle neuen Schülerinnen und Schüler der BIK-Klassen und wünschen ihnen viel Erfolg im Schuljahr 2016/2017
_20160124_220535

Inna soll bei uns bleiben

_20160124_220535

Unsere Mitschülerin Inna Nagorna (unten links im Bild) und ihre Familie sollen Anfang Februar nach Polen abgeschoben werden. Inna besucht seit September 2015 das Berufsintegrationsjahr an der Berufsschule I. Sie ist in der Klasse BIJ-V A und arbeitet mit in der Mediengruppe vom BIJ/BIJ-V. Wir wollen, dass Inna bei uns bleiben kann. Sie hat eine Chance, den Hauptschulanschluss zu machen und eine Ausbildung zu beginnen.

Was ist mit der Familie passiert? Warum musste sie von der Krim flüchten? Inna Nagorna erzählt: Ich bin mit meiner Familie nach Deutschlant geflohen. Wir sind aus der Ukraine, von der Krim und seit elf Monate in Deutschland. In der Ukraine ist Krieg. Aber wir müssen nach Polen zurück, weil wir zuerst in Polen acht Monate waren und wir dort um Hilfe gebeten haben. Und wohin werden wir dann geschickt? In Polen haben wir zweimal eine Absage für Asyl bekommen. Nach acht Monaten sind wir weiter nach Deutschland geflüchtet. Hier in Deutschland lernen wir in der Schule Deutsch und andere Fächer. Und wir sind mit anderen Jugendlichen zusammen. Zwei von meinen Brüdern lernen auch Trompete zu spielen. Einer lernt auf dem Gymnasium. Wir wohnen in Karlstein, in der Nähe von Aschaffenburg. Dort haben wir viele nette Leute kennengelernt. Sie wollen nicht, dass wir nach Polen gehen müssen. Auch in Polen haben wir keine Chance und Angst, wieder in den Krieg gehen zu müssen. Wir sind nach Deutschland mit der Hoffnung gekommen, dass wir hier bleiben können. In Deutschland kann ich lernen. In Polen konnte ich nicht lernen. Wir mussten acht Monate warten. Dann ist unser Asyl abgelehnt worden und wir sind nach Deutschland geflüchtet. Wir haben uns schon gut an die Menschen und das Land gewöhnt. Hier fühlen wir uns nicht allein. Wir haben erlebt, dass die deutschen Leute sehr nett und freundlich sind. Das wusste ich nicht. Ich möchte weiter an der Schule bleiben und viel lernen. Ich will hier bleiben und das Land nicht verlassen. Meine Familie auch. Helft uns !

Danke für alles sagt euch die ganze Familie: Inna (20), Mykola (18), Dawyd (16), Lija (15), Natalija (14), Danijel (13), Wenijamyn (11), Alona (10), Vater Witalij (54) und Mutter Marija (51)

Das sagt Innas Sozialpädagogin Clarissa:  Inna ist eine sehr wissbegierige, intelligente, angenehme Persönlichkeit, die sowohl schulische als auch außerschulische Angebote eifrig nutzt, um sich weiterzuentwickeln. Sowohl sie als auch ihre Familie erlebe ich als eine freundliche und sympathische Gemeinschaft und daher sehr bereichernd. Ich fände es sehr schade, wenn Inna und ihre Familie nicht mehr hier sein könnten.

Das sagt Innas Lehrerin Gulmira: Ich finde, Inna ist sehr intelligent, nett, freundlich, offen und hilfsbereit.  Sie ist eine Bereicherung für dieses Land! Ich hoffe sehr, dass ich mich von ihr nicht verabschieden muss. Ich wäre sehr sehr traurig!

Das sagt Innas Lehrer in der Mediengruppe, Volker: Rechtlich scheint alles klar zu sein! Es ist nur ein „lokaler Krieg“. Wegen des Dublin-Systems ist Polen zuständig. Also: kein Grund für Asyl. Aber warum musste Inna und ihre Familie aus ihrer Heimat auf der Krim flüchten? Es ist der Konflikt zwischen EU und USA einerseits und Russland andererseits. Ein Krieg um Wirtschafts- und Lebensraum – auf dem Rücken der Menschen. Inna und ihre Familie sind aus ihrer Heimat vertrieben worden. Sie wollen sich in Deutschland ein neues Leben aufbauen. Sie sind gut gebildet, wollen lernen, bei uns arbeiten. Inna erfüllt das, was Deutschland auch von anderen Flüchtlingen laut verlangt. Hier sollte Deutschland über Ausnahmen nachdenken, weil es auch eine Mitverantwortung trägt für Flucht und Vertreibung in der Ukraine.

Inna war durch ihre Flucht und Aufenthalt in Polen merklich traumatisiert. Als sie zu uns kam, war sie still und zurückgezogen. Das hat sich geändert. Inna wirkt zunehmend lebendiger, selbstbewusster, offener. Sie lächelt oft. Sie arbeitet mit, ist pünktlich und zuverlässig. Was wünscht sich ein Lehrer mehr? Inna ist eine Bereicherung für uns alle. Sie muss bei uns bleiben.

Post Navigation

5 Kommentar zu “Inna soll bei uns bleiben

  1. Amir Hossein Dehghani on 31. Januar 2016 at 22:36 said:

    Sie ist sehr intelligent, nett, freundlich

    Ich hoffe , dass sie bei uns bleiben kann

    • Efan Dhaba on 5. Februar 2016 at 16:11 said:

      Inna ist sehr intelligent und eine nette Schülerin.
      Ich hoffe, dass sie bei uns bleiben kann.

      • BIJAdmin on 5. Februar 2016 at 17:16 said:

        Heute hat Herr Schönweiß, unser Schulleiter, den Ausdruck mit Innas Familienfoto und der Schilderung, wie und warum sie und ihre Familie geflüchtet sind, dem bayerischen Justizminister Herrn Dr. Winfried Bausback übergeben. Herr Dr. Pausback war heute in unserer Schule zu Besuch. Er will versuchen, dass er etwas für Inna erreichen kann. Dafür möchten wir ihm jetzt schon herzlich danken!

  2. BIJAdmin on 2. Februar 2016 at 17:32 said:

    Wir haben eine Petition an die Regierung gestartet. Bitte unterstützt die Petition unter
    https://www.change.org/p/regierung-von-unterfranken-unsere-mitschülerin-inna-soll-bei-uns-bleiben

  3. Valeria Schmidt on 22. Februar 2016 at 15:47 said:

    Schade, dass wir nichts bewirken konnten, ich wünsche der Familie Nagorni alles Gute und viel Glück in ihrem neuen “Heimatland “!

Hinterlasse eine Antwort

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

Time limit is exhausted. Please reload CAPTCHA.

Du kannst folgende HTML-Tags benutzen: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <strike> <strong>