Wir begrüßen alle neuen Schülerinnen und Schüler der BIK-Klassen und wünschen ihnen viel Erfolg im Schuljahr 2016/2017
Madeleine

„Asylrecht ist Menschenrecht“

Ausstellung2Am 20.11.2015 wurde die Ausstellung „Asylrecht ist Menschenrecht“ des DGB in der Aula der Berufsschule I eröffnet.

Zur Eröffnung sprachen unter anderem Madeleine Giegerich, die Schulsprecherin der BS I, und Nubar Kanaan aus dem Berufsintegrationsjahr (BIJ).

 

Nachfolgend ihre Beiträge:

Madeleine Giegerich (Schulsprecherin Berufsschule I):

„Ich heiße euch alle recht herzlich im Namen der SMV willkommen!

Das Willkommen-Heißen ist sehr wichtig, da es das Fundament für eine gute und stabile Integration bildet. Oder würdest du dich in ein Land integrieren wollen, das dich nicht akzeptiert und fair behandelt? Nein, das würdest du nicht wollen! Und so ist es für mich unverständlich, dass manche Menschen meinen, Flüchtlinge unfair und menschenunwürdig behandeln zu müssen. Und das in einem Land, in dem die Würde des Menschen unantastbar sein soll.

Das Haus, das auf dem Fundament des willkommen Heißens steht ist die Bildung. Die Bildung gibt den Geflüchteten die Chance die Sprachbarrieren zu überwinden und die Möglichkeit auf einen Beruf, der sie ernähren kann. Auch führt diese dazu, dass man eigenständig Leben und sich eine eigene Meinung bilden kann. So liegt es auch an unserer Berufsschule den Geflüchteten eine gute Schul- bzw. Berufsausbildung zu ermöglichen. Das Dach, welches das Haus schützen soll, sind die Familie, Freunde und die Mitmenschen. Der Umgang mit den Menschen führt dazu, dass man sich in die Gesellschaft integriert und sich auch heimisch in dieser fühlt. Bitte helft mit dieses Haus der Integration zu bauen, sodass es stabil und heimisch wird für die Person, die vor Angst, Terror und Perspektivlosigkeit geflüchtet ist.

In solchen Zeiten, in der der Terror an Macht gewinnt, ist es wichtig, dass wir alle zusammenhalten. Jedoch hilft es nichts, wenn man diejenigen beschuldigt, die am wenigsten dafür können. Nein sie flüchten vor diesem Terror, den wir in Paris erlebt haben und der uns allen Angst bereitet.

Aus diesem Grund rufe ich dazu auf, dass man erstmal überlegt, was man sagt bzw. was man auf sozialen Plattformen postet oder teilt.

Stellt euch einfach mal die Fragen: Was hätten wir in dieser Situation gemacht? Wärt ihr geflohen, oder wärt ihr dort geblieben, wo der Terror, die Gewalt oder die Perspektivlosigkeit sind? Und hättet ihr Lust an einem Ort zu bleiben wo eure Überlebenschancen sehr gering sind?

Flüchtlinge sind genauso Menschen wie DU und ICH und Sie haben dieselben Menschenrechte wie DU und ICH, jedoch werden diese zur Zeit der Flucht und des Terrors verletzt. Dies muss verhindert werden, denn jedes Leben ist gleich viel Wert, egal ob Mann oder Frau, Hell oder Dunkel, Arm oder Reich, Flüchtling oder Einheimischer.

Jeder Mensch hat das Recht darauf, hoffen und in Frieden leben zu können egal welches Geschlecht, Alter und Hautfarbe er hat oder welcher Religion er angehört. Und deswegen bin ich auch der Meinung, dass jeder Mensch das Recht auf Asyl haben sollte.“

NubarNubar Kanaan (BIJ Berufsschule I):

„Im Juli 2013 bin ich von Qamishlo, das ist im Nordosten Syriens in die Türkei geflohen. Dort bin ich ein paar Tage geblieben und dann zu Fuß durch den Wald nach Bulgarien gelaufen. Mehr als acht Stunden wussten wir nicht, in welche Richtung wir laufen sollen – bis wir von der bulgarischen Polizei festgenommen wurden. Zwei Monate bin ich in Gefangenschaft geblieben. Im Gefängnis haben wir drei Tage einen Hungerstreik gemacht und sind immer bis abends draußen im Flur geblieben.

Irgendwann kam ein Mann von der UN (United Nations). Er sagte: „Ihr müsst vielleicht sechs Monate hier drin bleiben, weil ihr illegal nach Bulgarien gekommen seid.“ Acht Monate habe ich bei rassistischen Leuten in Sofia gewohnt. In Deutschland war ich vier Monate ohne Schule und durfte auch nicht arbeiten. Dann habe ich gehört, dass es ein Projekt für Flüchtlinge in der Berufsschule I gibt. Ich habe mich hier angemeldet und konnte endlich an die Zukunft denken. Jetzt habe ich vielleicht zwei Möglichkeiten, wie es nächstes Jahr für mich weitergeht: Entweder mache ich eine Ausbildung als Krankenpfleger oder vielleicht kann ich Bauingenieurwesen studieren. Ich hoffe sehr, dass ich eins von beiden machen kann.“

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